In der Klassischen Musik haben Komponisten wie u.a. Peter Tschaikowsky, Nikolai Rimski-Korsakow, Frédéric Chopin, Antonín Dvořák, Edvard Grieg, Isaac Albéniz, Enrique Granados, Manuel de Falla, Elemente der Folklore ihrer Länder in ihre Stilistik integriert. Dadurch ist eine neue Bewegung entstanden: der musikalische Nationalismus. Die traditionelle Musik gewann dadurch an Bedeutung indem sie zur großen und reichen Inspirationsquelle für Komponisten wurde.
Auch Lateinamerika war von dieser Bewegung im 19. und 20. J.h. betroffen. Komponisten wie Heitor Villa-lobos, Manuel Ponce, Alberto Ginastera, Astor Piazzolla, u.a. haben Motive, Ideen oder musikalische Formen und Rhythmen aus der Folklore ihrer Länder oder Regionen in ihren Kompositionen verwendet.
Venezuela seinerseits war Schauplatz einer sehr fruchtbaren „nationalistischen“ musikalischen Bewegung. Einer der herausragenden Vertreter dieser Bewegung war der Komponist Antonio Lauro, dessen Werk hauptsächlich der klassischen Gitarre gewidmet war.
Alirio Diaz spielte als Virtuose eine bedeutende Rolle in der Geschichte der modernen Klassischen Gitarre. Díaz war Schüler, Assistent und musikalischer Erbe des legendären Gitarrenmeisters Andrés Segovia und er hat einen starken Einfluss auf Generationen von Konzertgitarristen ausgeübt. Er erreichte als Interpret, Sammler, Arrangeur und Lehrer, dass die nationalistischen musikalischen Bewegungen Lateinamerikas (Villa-Lobos, Ponce, Barrios, u.a.) und vor allem die venezolanische Musik mit den Kompositionen von Antonio Lauro eine bedeutende Position im universellen Gitarrenrepertoire erlangte.